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Im letzten Heimspiel von Kapitän David Bergfeld schlagen die Fireballs Jena mit 80:71.

Ja. Es gab diese kurzen Momente, in denen die Fans der TBA Fireballs um den Sieg bangen mussten. Aber das wäre ja noch schöner gewesen: Ausgerechnet beim letzten Heimspiel von Kapitän David Bergfeld leisten sich die Aiblinger Regionalliga-Basketballer einen Ausrutscher? Nein. Denn am Ende richtete es vor allem der Chef selbst: Mit mehreren Dreiern, sicher versenkten Freiwürfen und sehenswerten erfolgreich abgeschlossenen Angriffen war David Bergfeld am Samstagabend in der Sporthalle einer der Matchwinner. Die Fireballs siegten schließlich mit 80:71.

Um etwa 20 Sekunden vor Schluss, als nichts mehr anbrennen konnte, war es soweit: Headcoach Luca Burci wechselte den Lokalmatador aus und David Bergfeld sprintete unter dem Applaus der rund 600 Besucher auf die Haupttribüne, um sich schon mal persönlich von seinen treuesten Fans zu verabschieden. Das Schiedsrichtergespann ließ ihn gewähren – die Aktion war abgesprochen. Als dann mit der Schlusssirene der Sieg feststand gab es neben dem Jubel über die gewonnenen zwei Punkte auch Standing Ovations für den Kapitän, der am Jahresende beruflich in die USA wechselt. Natürlich hatte deshalb so gut wie jeder Besucher im sogenannten Firedome eine Stars-And-Stripes-Fahne in der Hand.

Hier einige Fotos des letzten Auftritts von David Bergfeld vor den heimischen Fans. Der detaillierte Spielbericht folgt unter den Bildern.

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Spielbericht: Im letzten Heimspiel von Kapitän David Bergfeld siegen die Fireballs Bad Aibling 80:71 gegen Jena und bleiben somit erster Verfolger des BBC Coburg. Bad Aibling feiert seinen „Hometown Hero". Unter diesem Motto stand das letzte Regionalliga Heimspiel der Fireballs in 2016, am vergangenen Samstagabend gegen die Bundesliga-Reserve aus Jena.

Der langjährige Kapitän David Bergfeld geht bekanntlich im Januar von Board und so avancierte das Spiel fast zur Nebensache. Viel wichtiger war an diesem emotionalen Abend die Verabschiedung des besten Spielers in der Vereinsgeschichte. Deswegen widmet sich auch dieser Pressebereicht nur am Rande dem Geschehen auf dem Parkett und dient eher als Plattform zur offiziellen Verabschiedung.

Die Geschichte des Spiels ist auch aufgrund der überschaubaren Leistung der Fireballs recht schnell erzählt. Der TBA startete nervös und musste in den Anfangsminuten, bedingt durch die konsequente Presse der Gäste, viele unnötige Ballverluste hinnehmen. Wie immer verstrickte man sich auf Seiten der Heimmannschaft in zu viele Einzelaktionen. So ging Jena anfangs in Führung. Erst zur Mitte des ersten Spielabschnitts gewöhnte sich Bad Aibling etwas besser an die Aggressivität der jungen Gästemannschaft und fand nun besser in die eigenen Spielsysteme. So führten die Gastgeber mit 22:16 nach dem ersten Viertel. Doch Jena, das viel rotierte und so die Energie ihrer Spieler nicht versiegen ließ, spielte im zweiten Viertel hervorragenden Basketball und so gelang den Ostdeutschen der Ausgleich gegen Mitte des Spielabschnitts. Die Partie plätscherte bis Halbzeit so dahin, ohne dass sich ein Team absetzen konnte. Die Fireballs verteidigten nun besser, hatten aber mit Foulproblemen zu kämpfen. Vor allem Aiblings Allzweckwaffe, Malo Valerien (10), der mit vier Fouls bereits Ende des zweiten Viertels auf die Bank musste, fehlte an allen Ecken und Enden. Halbzeitstand 38:36. Nach der Pause spielten die Kurstädter endlich ihre körperliche Überlegenheit aus. Grujic (14) und Kekic (3) zeigten nun ihre ganze Klasse und brachten Bad Aibling deutlich in Führung. Die Begegnung schien beim Zwischenstand von 63:49 zu Beginn des Schlussabschnitts bereits gelaufen, doch Jena kämpfte sich nochmals zurück ins Spiel. Rund eine Minute vor Schluss waren die Gäste plötzlich wieder auf fünf Punkte dran, ehe Claus Weiß (18) und David Bergfeld (26) mit all ihrer Routine das Spiel entschieden. Für die Fireballs spielten außerdem: Ivancic, Kaifosch, Moritz, Guggenhuber, Bradaric (9), Manuel und Marco Hack-Vazquez.

Viel wichtiger als der Sieg war an diesem Abend aber eben die Verabschiedung des Kapitäns und genau deswegen kamen auch fast 700 Zuschauer in die Halle. Mit von der Partie waren auch viele ehemalige Weggefährten von „Dave", die bereits während der Mannschaftsvorstellung ein Spalier für die Spieler bildeten. Mit unter den Zuschauern waren auch viele Mitarbeiter von Neenah Gessner, die ihren Kollegen sicherlich nur ungern in die USA abwandern sehen. Nachdem die Mannschaft ihre Runde bei den Fans absolviert hatte um sich für die Unterstützung zu bedanken, kam es zum offiziellen Teil des Abends. Zuerst war es an Tobi Guggenhuber, der sich als langjähriger Weggefährte im Namen aller ehemaligen und aktuellen Mitspieler für die tolle Zeit bedankte und in einer emotionalen Rede an die über zehn gemeinsamen Jahre auf dem Parkett erinnerte. Im Anschluss war es Stefan Bradaric, seines Zeichens langjähriger Spartenleiter, Geschäftsführer und Vereinsikone, vorbehalten, David mit Vereinsehren auszuzeichnen. Auch er erinnerte nochmals an viele unvergessliche Momente, vor allem aber an die Erfolge, die Bergfeld mit den Fireballs feiern konnte. In zehn Jahren gelangen dem gebürtigen Aiblinger insgesamt vier Aufstiege. Unter seiner Führung als Spieler entwickelte sich das Team vom mittelmäßigen Berzirksligisten zum aktuellen Tabellenzweiten in Deutschlands höchster Amateurklasse, der Regionalliga 1. Ihm gelang dabei das Kunststück, in jeder Liga in der er spielte, Topscorer zu werden. Und David führte die Mannschaft dabei nicht nur auf dem Feld, sondern auch abseits der stickigen Hallen. Er übernahm vor allem in den letzten Jahren, große Teile der Kaderplanung und Organisation. Zudem agierte er zeitweise als zweiter Vorstand in der Sparte. Seine Verdienste für den Verein stehen also außer Zweifel und das machte Bradaric in einer denkwürdigen Ansprache nochmals deutlich. Um auch für die Zukunft ein Zeichen zu setzen und aufzuzeigen, dass die Fireballs ihren Kapitän nie vergessen werden, wurde die Nummer 3 „retired". Dies bedeutet, dass diese Nummer in Zukunft nicht mehr vergeben wird. Außerdem wurde ein Banner zu Ehren seiner außergewöhnlichen Leistungen in der Halle aufgehängt. Bergfeld zeigte sich davon sichtlich gerührt und versprach auch, so oft es geht im FireDome vorbeizuschauen und sein Team anzufeuern, wenn er im Lande ist. Außerdem kündigte er eine schriftliche Danksagung nach seinem letzten Spiel gegen Bayreuth an.

Bad Aibling verabschiedet sich also von seinem besten Basketballspieler. Der Sympathieträger der Fireballs sagt „Goodbye", aber das nur vorübergehend und auch noch nicht jetzt. Noch steht ein letztes Spiel auf Davids Agenda. Am kommenden Sonntag gastiert der TBA nämlich in Bayreuth. Beim Tabellenletzten ist ein Sieg zum Abschluss der Hinrunde absolute Pflicht, um weiter im Meisterschaftsrennen zu bleiben, immerhin liegt man nur zwei Zähler hinter Tabellenführer Coburg.

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