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Aiblings Basketballer gelingt ein knapper Sieg gegen Tabellenschlusslicht Bayreuth.

Gut, dass die Winterpause kommt, denn das war ein Sieg, der auf Reserve lief. Trotz magerer Leistung sichern sich die Fireballs Bad Aibling einen 85:78-Erfolg in Bayreuth und somit auch die Vize-Hinrundenmeisterschaft. Bad Aiblings Spieler wirkten müde, sehr müde sogar. Sowohl körperlich als auch geistig. Dies war wohl der Hauptgrund für die sehr überschaubare Leistung am Sonntagabend. Trotzdem reichte es für das Team von Coach Burci zum Sieg. Nicht schön, aber eben erfolgreich. Das Credo der Hinrunde für den TBA.

Ein passendes Sprichwort besagt bekanntermaßen: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss". Die Fireballs haben sich das wiedermal zu Herzen genommen. Unter den aktuellen Voraussetzungen in der Kurstadt darf man sich über solche Spiele aktuell aber auch nicht wundern. Wiedermal konnte das Team nicht ausreichend trainieren. Lediglich eine vernünftige Einheit konnte abgehalten werden. Das Team glänzte vergangene Woche mehr durch Anwesenheit, als durch konzentrierte Arbeit. Die Gründe dafür sind allerdings genauso vielschichtig, wie nachvollziehbar. Einige Spieler kämpfen seit geraumer Zeit mit leichten Verletzungen und kleineren Blessuren, müssen aber dann am Wochenende viel Spielzeit abreißen. David Bergfeld beispielsweise spielte in Bayreuth mit einem Haarriss in der Hüfte. Simon Bradaric konnte die Reise nach Oberfranken aufgrund einer Mandelentzündung gar nicht erst antreten. Dazu gesellen sich die leichten Blessuren von Malo Valerién und Miljan Grujic. Hinzu kommen private bzw. geschäftliche Verpflichtungen einzelner Spieler und schon steckt man in beschriebenem Dilemma. Deshalb kommt die Winterpause nun gerade recht um die Reserven wieder aufzufüllen.

Dass man trotzdem zehn Siege in der Hinrunde einfahren konnte und somit auf Platz 2 der Tabelle rangiert, ist dabei umso erstaunlicher. Keineswegs erstaunlich sind allerdings die Auswirkungen auf die Leistung. In den vergangenen Spielen ließen die Fireballs sowohl ihre gewohnte Defensivintensität, als auch offensive Ordnung vermissen. Ebenso ein Produkt mangelnden Trainings. Hinzu kommt die schlechte Feldwurfquote der letzten Partien. Unter all diesen schlechten Voraussetzungen reiste die Truppe also nach Bayreuth und das als haushoher Favorit, immerhin spielte der Tabellenzweite gegen den Letzten. Doch während der Begegnung war von diesem Unterschied nur wenig zu sehen.

Die Gastgeber spielten von Anfang an gut mit und zwangen die Fireballs zu einigen Fehlern im Spielaufbau. Dies besserte sich allerdings mit zunehmender Spielzeit und den Fireballs gelang es nun, ihre Schützen gut freizuspielen. Doch die Distanzwürfe wollten an diesem Tag einfach nicht fallen. Lediglich 6 von 30 Dreiern fanden den Weg durch die Reuse. Viel zu wenig für Aiblinger Ansprüche. Und wenn die Fireballs versuchten, ihre körperliche Überlegenheit unter dem Korb auszuspielen, machte ihnen eine Kombination aus kleinem Spielfeld, enger Zonenverteidigung und übersensible Schiedsrichterentscheidungen einen Strich durch die Rechnung. Einziger Lichtblick in der ersten Hälfte war der scheidende David Bergfeld. Aiblings Topscorer (26/10/6) hielt sein Team mit unnachahmlichem Zug zum Korb im Spiel. Unterstützung bekam er dabei in der ersten Halbzeit eigentlich nur durch Miljan Grujic, der sich trotz aller Widrigkeiten immer wieder durch das Bayreuther Defensivbollwerk kämpfte (14/6). Zu allem Überfluss zeigten sich die Gastgeber an diesem Abend extrem treffsicher und so war der 37:40-Pausenstand, aus Sicht der Fireballs, keine große Überraschung.

Im dritten Viertel das gleiche Bild. Bad Aibling versuchte nun, wild gegen die Zone anzurennen, kam aber nur teilweise zu Korberfolgen. Die kurze Rotation der Fireballs bedingt zwar viel Einsatzzeit der Führungsspieler, führt aber auch sehr schnell zur Ermüdung. So ließ man insgesamt oftmals Spritzigkeit und Gedankenschnelle vermissen und hatte folgerichtig zu wenig Bewegung in den offensiven Systemen. Doch im letzten Spielabschnitt zeigte sich dann Aiblings große Stärke. Unter der Führung von Claus Weiß (26) und Malo Valerien (9), machten die Fireballs das, was sie am besten können: nämlich in der Crunchtime auf der Höhe des Geschehens sein. Weiß versenkte nun einen wichtigen Distanzwurf nach dem anderen und brachte sein Team in der Schlussphase in Front. Diesen kleinen Vorsprung sollte der TBA dann bis zum Ende des Spiels nicht mehr hergeben. So siegten die Fireballs Bad Aibling trotz überschaubarer Leistung mit 85:78 in Bayreuth. Für die Kurstädter spielten außerdem: Kekic (2), Guggenhuber, Ivancic, Manuel & Marco Hack-Vazquez (4) und Justin Kaifosch (4).

Bad Aibling (11:2) steht also weiter auf Platz 2 der Tabelle, punktgleich mit Coburg (11:1), die allerdings noch ein Nachholspiel gegen Treuchtlingen (10:2) zu absolvieren haben. Gewinnt Treuchtlingen dieses Spiel, steht besagtes Trio punktgleich an der Spitze der Regionalliga Süd. Da dies aber erst am 5. Januar entschieden wird, überwintern die Fireballs auf dem Vizeplatz. So kann man die Hinrunde also durchaus als Erfolg einstufen, immerhin geht man als dreifacher Aufsteiger in die erste Saison in Deutschlands höchster Amateurklasse. Trotz zahlreicher Störfeuer gegen Ende der Saison hat sich die Mannschaft von Neucoach Burci einen Platz in der Spitzengruppe erspielt. Das ist aller Ehren wert. Dass es bei vielen Siegen extrem knapp zur Sache ging, hat wohl auch mit ein wenig Glück zu tun. Aber ohne Glück kommt man im Sport ja bekanntlich nicht weit.

Die Mannschaft verabschiedet sich nun in die wohl verdiente Winterpause. Nun ist es Zeit zu regenerieren, Verletzungen auszukurieren und etwas abzuschalten. Das Team wünscht all seinen treuen Fans nun erstmal erholsame Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Weiter geht's am 8. Januar beim Rückrundenauftakt in Oberhaching. Bis dahin, stay tuned.

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