BBC Coburg - Walde II

TBA Fireballs verlieren Spitzenspiel gegen den BBC Coburg mit 69:76.

Die Fireballs Bad Aibling mussten am vergangenen Wochenende im Spitzenspiel gegen den BBC Coburg, eine schmerzliche Niederlage hinnehmen (69:76). Den Kurstädtern wurde dabei ein schwaches Schlussviertel zum Verhängnis, indem die Gäste sowohl körperlich als auch geistig präsenter schienen.

Wer sich am Samstagabend gegen 21 Uhr im ehemaligen US-Camp befand und in die Gesichter der Anwesenden sah, konnte recht schnell erkennen, wie das Spitzenspiel der Fireballs Bad Aibling gegen den BBC Coburg, in der Basketball Regionalliga Süd-Ost wohl ausgegangen ist. Auf der einen Seite war vor allem Enttäuschung zu sehen. Die Spieler des TBA starrten Luftlöcher in den Raum und viele Fans verließen lautlos und kopfschüttelnd die Sporthalle. Auf der anderen Seite sah man jubelnde Coburger, die zusammen mit ihren mitgereisten Zuschauern den Sieg feierten. Auf Aiblinger Seite war man sich dann auch recht schnell einig, diese Niederlage hätte nicht sein müssen und doch muss man anerkennen, dass der BBC irgendwie verdient gewonnen hat.
Dazu die Stimme eines Fireballs-Fans: „Schade, wirklich schade. Unsere Jungs waren in den entscheidenden Momenten einfach nicht auf der Höhe des Geschehens und haben einen möglichen Sieg im letzten Viertel aus der Hand gegeben. Man hatte das Gefühl, dass Coburg den Erfolg einfach mehr wollte. Es war trotzdem ein richtig tolles und vor allem spannendes Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt hätte. Glückwunsch an Coburg, aber noch sind ja ein paar Spiele zu spielen."

Dies beschreibt die Ereignisse auf dem Parkett recht gut. Die Ausgangslage vor dem Spiel war für die Fireballs eigentlich hervorragend. Durch die Coburger Niederlage in Treuchtlingen befand man sich etwas unverhofft wieder in einem punktgleichen Spitzentrio und belegte aufgrund des direkten Vergleichs Platz 2 hinter dem VFL und vor Coburg, die man im Hinspiel mit 81:77 bezwingen konnte. Man hatte also wieder alles selbst in der Hand. Zudem konnte der Weggang von Leader David Bergfeld im ersten Spiel gut kompensiert werden und die Integration von Neuzugang Miodrag Mirceta wurde mit jeder Trainingseinheit besser. Man rechnete sich also durchaus gute Chancen im Spiel gegen den Topfavoriten der Liga aus. Außerdem stand Coach Burci über die gesamte Trainingswoche eine komplett fitte Mannschaft zur Verfügung, da alle kleineren Blessuren und Verletzungen auskuriert waren. Der Beginn des Spiels war dann auch recht vielversprechend. Vor rund 700 Zuschauern in der gut besetzten Sporthalle entwickelte sich sofort ein echter Schlagabtausch auf Augenhöhe.

Beide Teams hatten augenscheinlich ihre Hausaufgaben gemacht und so tat man sich auf beiden Seiten schwer, die intensive Verteidigung des Gegners erfolgreich zu durchbrechen. Das Spiel war geprägt von Defense. Während Coburg vor allem durch Steffen Walde zu Punkten kam, versuchte Bad Aibling seine Big-Man ins Spiel zu bringen. Miljan Grujic (9 Pkt/8 Reb) machte seine Sache zu Beginn auch hervorragend und dominierte zusammen mit Nemanja Kekic (4/6) die Zone auf beiden Seiten des Spielfeldes. Der direkte Gegenspieler von Grujic, Daniel Stawowski musste früh mit zwei Fouls auf die Bank, was den Fireballs anfangs einen kleinen Vorteil bescherte, später in der Partie aber noch ins Gegenteil umschlagen sollte. Dazu aber später mehr. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen und so endete der erste Spielabschnitt beim Stand von 18:15 aus Sicht der Fireballs.

Im zweiten Viertel das gleiche Bild. Punktete eine Mannschaft, schaffte es der Gegner umgehend zu antworten. Zwar fielen in dieser Phase der Begegnung wenig Punkte, doch das Niveau und die Intensität des Spiels waren hervorragend und eines Spitzenspiels in der Regionalliga durchaus würdig. Coburg wechselte in dieser Phase bereits viel durch, während Bad Aiblings erste Fünf, bestehend aus Bradaric, Valerien, Weiß, Kekic und Grujic nur wenig Verschnaufpausen erhielt. Doch Aiblings Leistungsträger machten ihre Sache bislang noch gut. Vor allem Allzweckwaffe Valerien (15/4/5), ackerte auf beiden Seiten des Spielfeldes aufopferungsvoll. Er trug in dieser Phase die offensive Last der Gastgeber und war gleichzeitig dafür verantwortlich, dass Jordan Burris in der ersten Hälfte lediglich fünf Punkte erzielte. Besonders erfreulich war die gute Ballkontrolle der Fireballs in der ersten Halbzeit. Lediglich sechs Turnover leistete sich das Team von Coach Burci und hatte so das größte Problem der vergangenen Spiele bis dato recht gut im Griff. So ging man beim Stand von 32:32 in die Halbzeitpause.

Auch das dritte Viertel verlief bis zur Hälfte recht ausgeglichen, ehe der TBA einen kleinen Zwischenspurt einlegte. Angeführt vom hervorragend aufgelegten Claus Weiß (18/8), der in dieser Phase wieder schlafwandlerisch von jenseits der Dreierlinie einnetzte, erarbeiten sich die Hausherren einen sieben Punkte Vorsprung. Doch wer nun dachte, eine Vorentscheidung wäre gefallen, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Binnen vier Minuten gelang Coburg der Anschluss und das dritte Viertel endete beim Stand von 52:52. Die Fireballs wirkten nun zunehmend angeschlagen. Die defensive Ordnung wurde immer häufiger vernachlässigt. Dabei ließ man vor allem Walde und Burris mehr Freiheiten als geplant. Zwar machten Simon Bradaric (10), Manuel Hack-Vazquez (6) und Malo Valerien weiterhin einen guten Job im Defensivverbund, wurden aber zu oft mit ihrer Arbeit alleingelassen.

Der BBC hatte das Momentum nun auf seiner Seite und spielte dies hervorragend aus. Zudem spielte den Gästen das vierte Foul von Centerspieler Stawowski in die Karten. Dadurch wurde Gästecoach Bertram quasi gezwungen, seine Mannschaft kleiner und gleichermaßen natürlich auch agiler und schneller zu machen. Dies sollte sich letztlich als spielentscheidender Taktikzug herausstellen. Die Oberfranken überrannten die müde wirkenden Aiblinger Spieler förmlich. Immer wieder kassierten die Fireballs nun Punkte aus dem Fastbreak. Die großen und langsamen Big-Man des TBA hatten dem schnellen Spiel der Gäste wenig entgegenzusetzen und waren ihrerseits nicht in der Lage, ihre körperlichen Vorteile in der Offensive auszuspielen. Das Spiel der Fireballs war nun viel zu eindimensional. Bad Aibling wirkte müde und ausgebrannt, immerhin haben alle Spieler der ersten Fünf sich knapp 30 Minuten oder mehr am Gegner aufgerieben. Die kurze Rotation gepaart mit mangelnder Fitness einiger Spieler zeigte nun Wirkung. Neben aktiver Defense fehlte somit in den Folgeminuten leider auch der offensive Plan und so war es kaum verwunderlich, dass Coburg immer weiter davonzog. Schnell lag Bad Aibling mit zehn Punkten in Rückstand und angesichts der Restspielzeit von nur zwei Minuten, hatten die Gäste das Spiel also entschieden. Die Fireballs kämpften allerdings tapfer und wollten wenigstens den direkten Vergleich für sich entscheiden. Claus Weiß hätte dies mit Ablauf der Schlusssirene noch erledigen können, scheiterte aber knapp mit einem schwierigen Wurf von jenseits der Dreierlinie. Somit setzte es für den TBA eine letztlich sehr bittere, aber nicht unverdiente 69:76 Niederlage im Spitzenspiel. Für Bad Aibling spielten außerdem: Mirceta (7), Marco Hack-Vazquez, Felix Kristian, Justin Kaifosch und Daniel Mortiz.

Die Stimmen zum Spiel:
Claus Weiß: „Wir haben die Partie verloren, obwohl wir Burris und Franke für sehr lange Zeit aus dem Spiel genommen haben. Das ist natürlich bitter. Letztlich hatten wir in der entscheidenden Phase keine Antwort auf das kleine Line-Up von Coburg."

Daniel Moritz: „Wir hätten uns heute eine super Ausgangsposition im Meisterschaftsrennen erarbeiten können. Leider hat es dazu nicht gereicht. Nun sind wir auf Hilfe angewiesen, allerdings hat man gesehen, dass in dieser Liga jedes Team einmal ausrutscht. Nun gilt es den Fokus auf Rosenheim zu legen und mal zu sehen, wie sich Coburg gegen Treuchtlingen schlägt.

Tobi Guggenhuber: „Wirklich schade. Wir hätten heute durchaus gewinnen können. Aber ein „hätte" gibt es bekanntlich nicht im Sport. Nun müssen wir zusehen, dass wir im Pokal am Mittwoch und im Derby gegen Rosenheim schnellstmöglich wieder zurück in die Spur finden. Noch ist nicht aller Tage Abend."

Somit verabschieden sich die Fireballs also aus der Spitzengruppe und liegen nun zwei Punkte hinter Coburg und Tabellenführer Treuchtlingen. Wie angesprochen spielen diese beiden Teams am kommenden Wochenende gegeneinander, ehe die Fireballs dann nach Treuchtlingen müssen. Man hat also noch alle Chancen, ganz oben mitzuspielen, ist nun aber auf Schützenhilfe angewiesen. Vorher gastiert die Mannschaft von Coach Burci aber noch in Dachau. Am kommenden Mittwoch steht dort das Achtelfinalspiel im Bayernpokal an, wo die Fireballs ja bekanntlich der Titelverteidiger sind. Am Wochenende steht dann der erste Doppelheimspieltag der Saison vor der Tür. Da die Damen am Samstag spielen, rutschen die Herren im Derby gegen Rosenheim auf den ungewohnten Sonntag. Spielbeginn ist um 16 Uhr in der Sporthalle.

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