Bad Aibling Fireballs Damen Marburg 2017 b
FirGirls kamen erst mit 90 Minuten Verspätung zum Bundesligaspiel an und verloren mit 79:93

Erst hatten sie kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu: Die Fahrt zum Auswärtsspiel der FireGirls in Marburg begann mit viel Optimismus und endete als Himmelfahrtskommando. Schuld daran war eine Vollsperrung auf der A9 nach einem schweren Unfall - Aiblings Baskteballerinnen steckten vier lange Stunden im Stau und verpassten so die reguläre Anspielzeit. Nur der Großzügigkeit der gastgebenden Mannschaft aus Marburg, der Schiedsrichter und der DBBL haben es die Mädels von der Mangfall zu verdanken, dass überhaupt gespielt werden konnte. Denn die Statuten sind hart. Demnach muss ein Spiel bei einer Verzögerung von 30 Minuten nicht mehr angepfiffen werden. Die FireGirls hätten so die Partie am grünen Tisch automatisch mit 0:20 verloren und zusätzlich noch einen Punkt abgezogen bekommen.

Dieses wollten sie auf jeden Fall vermeiden und so glühten die Drähte zwischen Trainer Milos Kandzic und den Verantwortlichen in Marburg heiß. Quasi auf den letzten Drücker konnte dann doch noch gespielt werden. „Die Spielerinnen haben sich im Bus umgezogen" erzählt der Coach. „Als wir an der Halle ankamen, hieß es, wir hätten noch genau 30 Sekunden zum Spielbeginn. Also sozusagen im Laufen die Sportschuhe angezogen, rauf aufs Spielfeld und los ging's."

Verständlich, dass bei diesem Kaltstart an ein reguläres Bundesligaspiel nicht zu denken war. Da sie kein Aufwärmprogramm machen konnten, konzentrierten sich die Aiblingerinnen im ersten Viertel nur darauf, Verletzungen zu vermeiden. Das Team spielte nur Zone und nutzte die ersten zehn Minuten als verspätetes Warm Up. Klar, dass die FireGirls da schon mit 17:21 in Rückstand lagen.
Der zweite Spielabschnitt wurde nicht besser. Immer noch nicht wirklich im Spiel vergab man zu viele Chancen und in der Defensive fehlte die Aggressivität. So ließ man immer wieder einfache Punkte der Hessinnen zu und kassierte 31 Punkte. Viel zu viel in der 1. Liga. Selbst schaffte man nur 18 Punkte. Dazu kam, dass die Marburgerinnen an diesem Tag mit 46 Prozent eine erstaunlich hohe Trefferquote hatten und dass bei Bad Aibling nur 36 Prozent der Versuche im Korb landeten.

Als sich das Team von Trainer Milos Kandzic endlich gefangen hatte, war es eigentlich zu spät: Die letzten beiden Viertel konnten die FireGirls gut dagegen halten und so wurde der zweite Spielabschnitt mit 44:42 gewonnen.
Knapp 7 Minuten vor Schluss hätte die Partie sogar noch kippen können, denn die Aiblingerinnen starteten eine Aufholjagd. Als sie auf zehn Punkte herankamen, wurde Marburg etwas nervös, doch einige Schiedsrichterentscheidungen waren in den Schlussminuten etwas unglücklich und so konnten die Gastgeberinnen wieder Sicherheit gewinnen und Bad Aiblings Lauf war beendet. Am Ende siegte Marburg mit 93:79.
Was man dennoch als positive Erkenntnis mitgenommen hat: Am Ende hat man mit 79 Punkten in der Offensive auswärts mehr als überzeugt und Lindsay Sherbert ist in allerbester Form. Sie war mit 24 Punkten und 9 Rebounds überragende Akteurin auf Aiblinger Seite.

Foto: © aumannpress nördlingen

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